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Stadtplanung

600-Millionen-Euro-Stadtplanungsreform wartet auf Präsidialdekrete

Ein von der EU gefördertes Großprojekt zur Neuordnung der Stadtentwicklungspläne in hunderten griechischen Gemeinden kommt voran, wartet jedoch noch auf die finale Genehmigung. Bislang ist keiner der neu ausgearbeiteten Pläne rechtlich bindend per Dekret in Kraft getreten.

28. Oktober 2026 · Daniel Große · Griechenland ·

Für viele Regionen Griechenlands steht eine Neuordnung der Stadtentwicklungspläne an
Für viele Regionen Griechenlands steht eine Neuordnung der Stadtentwicklungspläne anQuelle: Hansueli Krapf / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Das mit rund 600 Millionen Euro aus dem EU-Wiederaufbaufonds finanzierte Großprogramm zur Neuordnung der griechischen Raum- und Stadtplanung („Konstantinos Doxiadis“) steht vor seiner entscheidenden Hürde. Obwohl für hunderte Gemeinden bereits Entwürfe vorliegen, ist bislang noch kein einziger neuer Stadtentwicklungsplan durch ein Präsidialdekret rechtsverbindlich in Kraft getreten.

Laut dem Fortschrittsbericht des Ministeriums für Umwelt und Energie vom Juli 2026, der von der Ingenieurkammer Griechenlands (TEE) erstellt wurde, erhielten Studien für 595 Gemeindeeinheiten eine positive Bewertung. Dennoch endete die Förderfrist des EU-Fonds Ende August, ohne dass die rechtliche Umsetzung abgeschlossen werden konnte. Bereits 2025 wurden Meilensteine angepasst, um dem Ministerium mehr Zeit einzuräumen. Für rund 40 Prozent des ursprünglichen Programmumfangs muss Griechenland nun alternative Finanzierungsquellen erschließen. Zudem erlaubte eine Vereinbarung mit der Europäischen Kommission vor zwei Jahren, Studien bereits nach der Prüfung durch das Ministerium als Etappenziel anzuerkennen, selbst wenn die öffentliche Konsultation und das Präsidialdekret noch ausstehen.

Stand bei lokalen und speziellen Raumordnungsplänen

Von 227 geplanten lokalen Raumordnungsplänen (LSP) wurden für 221 Verträge unterzeichnet, die 715 Gemeindeeinheiten abdecken. Sechs Verträge für insgesamt 16 Gemeindeeinheiten verblieben ohne Unterschrift und erhalten keine Mittel aus dem Wiederaufbaufonds: Megalopolis, Oropos, Peristeri, Nord-Kynouria, Agrinio und Kissamos. Während die Unterlagen für Megalopolis der Koordinierungsbehörde vorliegen und die Akte von Oropos beim Rechnungshof geprüft wird, wurden die Dokumente der übrigen vier Gemeinden zur Überarbeitung zurückgewiesen.

Bei den speziellen Raumordnungsplänen (SSP) für besonders bedeutende Gebiete decken 18 unterzeichnete Verträge 100 Gemeindeeinheiten ab. Für 15 dieser Studien (85 Einheiten) liegen positive Gutachten der Planungsbehörde vor, eine wurde an die Umweltgenehmigungsabteilung weitergeleitet. Drei Studien befinden sich in früheren Phasen. Besondere Aufmerksamkeit richten Investoren auf Inseln mit hoher Baudichte: Für Santorini und Mykonos stehen die Entwürfe kurz vor der öffentlichen Auslegung – eine Entwicklung, die ähnlich wie auf benachbarten Kykladeninseln direkten Einfluss auf Grundstückspreise hat (siehe auch Antiparos überholt Mykonos bei den Immobilienpreisen).

Attika-Gemeinden und begleitende Studien

In der Region Attika stehen kurz vor der öffentlichen Konsultation die lokalen Pläne für acht Gemeinden: Galatsi, Nea Ionia, Nea Filadelfeia-Nea Chalkidona, Iraklio Attiki, Metamorfosi, Lykovrysi-Pefki, Agia Paraskevi sowie Papagou-Cholargos.

Ergänzend wurden begleitende Studien durchgeführt. Für die Klassifizierung von Gemeindestraßen außerhalb der Bauzonen wurden für 654 Gemeindeeinheiten Abschlusszertifikate ausgestellt. Weitere sieben Studien (268 Einheiten) laufen derzeit, eine Studie (61 Einheiten) liegt dem Ministerium vor. Zur Festlegung von Siedlungsgrenzen befinden sich zwei Studien in Phase eins und zehn in Phase zwei. Eine Studie zur Ausweisung von Zonen für die Übertragung von Überbauungsrechten in 83 Gemeindeeinheiten geht in Kürze in die Auslegung.

Dies berichtet das griechische Wirtschaftsportal OT.gr.

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