Trotz geopolitischer Unsicherheiten, erhöhter Kapitalkosten und Lieferkettenunterbrechungen kehrt das Kapital weltweit in den Immobiliensektor zurück. Laut der Marktstudie „Global Real Estate Perspective – August 2026“ des Immobiliendienstleisters JLL stiegen die weltweiten Direktinvestitionen in Immobilien im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28 Prozent. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) lag das Plus bei 27 Prozent, während die Region Asien-Pazifik sogar ein Wachstum von 38 Prozent verzeichnete.
Parallel dazu wuchsen die weltweiten Investitionen im Wohnsegment (Living) im ersten Halbjahr 2026 um etwa 9 Prozent auf ein Volumen von mehr als 114 Milliarden US-Dollar. Die Transaktionen im Hotelbereich legten im zweiten Quartal global um 29 Prozent zu, wobei Europa bei der Entwicklung des Erlöses pro verfgbarem Zimmer (RevPAR) im Jahr 2026 weltweit an der Spitze liegt. Im europäischen Logistiksektor verzeichnete die Vermietungsaktivität im Jahresvergleich einen Anstieg um 20 Prozent, da verhandelte Nachfragen aus dem späten Jahr 2025 schrittweise in Verträge mündeten.
Büroimmobilien im Wandel und Potenziale für Griechenland
Ein zentraler Treiber des Marktes ist der Mangel an qualitativ hochwertigen Flächen. Die weltweite Leerstandsquote bei Büroimmobilien sank auf 16,5 Prozent. Gleichzeitig bewegen sich die Fertigstellungen neuer Büros in Europa auf dem niedrigsten Stand seit 2011. Dies führt zu einem zweigeteilten Markt zwischen modernen, energieeffizienten Objektqualitäten und älteren Beständen, die hohe Investitionen erfordern. Die steigenden Baukosten und die begrenzte Projektentwicklung verstärken den wirtschaftlichen Druck zur Sanierung und Umnutzung älterer Gebäude – ein Trend, der angesichts des überdurchschnittlich alten Gebäudebestands in Griechenland von hoher Relevanz ist.
Nachfrage im Wohnungsbau, Hotellerie und Engpass Stromnetz
In Griechenland trifft eine hohe Wohnungsnachfrage auf ein starkes Bezahlbarkeitsproblem. Der institutionelle Sektor für Wohnimmobilien – etwa in Form von Build-to-Rent, Studentenwohnheimen, Coliving, Seniorenresidenzen oder Mitarbeiterunterkünften – ist derzeit jedoch noch gering entwickelt. Dies bietet Chancen für den Aufbau strukturierter Mietwohnungsportfolios. In der Hotellerie verlagert sich das Investoreninteresse zunehmend auf hochwertige Resorts, Branded Residences und Objekte mit aktivem Ertragsmanagement in Destinationen mit verlängerter Saison.
Als neuer übergreifender Engpass erweist sich die Verfügbarkeit von Stromkapazitäten. Der steigende Energiebedarf durch Rechenzentren, Elektromobilität, Industrie und Automatisierung führt dazu, dass der Netzanschluss zu einem entscheidenden Kriterium vor jeder Projektentwicklung oder Anmietung wird.
Dies berichtet das Fachportal RE+D (ered.gr) unter Berufung auf den Marktbericht von JLL.




