Der griechische Immobiliensektor zeichnet sich zunehmend durch eine Spaltung in verschiedene Marktsegmente aus, die sich mit völlig unterschiedlicher Dynamik entwickeln. Während hochwertige Objekte in erstklassigen Lagen nach wie vor eine hohe Nachfrage verzeichnen und in erheblichem Maße von ausländischem Kapital profitieren, stagniert die Entwicklung im Segment älterer Bestandsimmobilien. Diese Entkopplung führt dazu, dass sich der Gesamtmarkt schrittweise in ein System unterschiedlicher Geschwindigkeiten verwandelt.
Besonders gefragt sind weiterhin moderne Gewerbe- und Wohnimmobilien sowie Objekte im Luxus- und Tourismussektor. Internationales Kapital konzentriert sich dabei vorrangig auf Prime-Immobilien in Ballungsräumen und etablierten Destinationen. Immobilien bleiben eine der zentralen Säulen des Anlageverhaltens, wie auch eine UBS-Studie zur Vermögensstruktur in Griechenland belegt. Dennoch verteilt sich dieser Kapitalzufluss keineswegs gleichmäßig auf das gesamte Land oder alle Gebäudeklassen.
Die Polarisierung zwischen Premium-Segment und Bestand
Die Wachstumsunterschiede treten besonders im Wohnungssektor deutlich zu Tage. Während neugebaute oder umfassend sanierte Einheiten hohe Quadratmeterpreise erzielen, geraten ältere Bauten ohne energetische Modernisierung zusehends unter Druck. Zwar zeigen sich punktuell Ausnahmen – etwa bei kleineren Renditeobjekten in zentralen Lagen, wo Kleinwohnungen das lokale Preiswachstum treiben –, doch der breite Wohnungsmarkt leidet unter Kaufkraftbeschränkungen heimischer Haushalte.
Zusätzlich wirken sich strukturelle Hürden auf das Gesamtangebot aus. Hohe Sanierungskosten, fehlende Finanzierungsmöglichkeiten für Privatkäufer und die Erfordernis zur energetischen Ertüchtigung belasten Eigentümer älterer Bestandsbauten. Dies führt mitunter dazu, dass Objekte dem Markt komplett entzogen werden oder unverkauft bleiben, was die Problematik verstärkt, dass zahlreiche unvermietete Einheiten dem Markt fehlen.
Perspektiven für Investoren und Eigentümer
Für den Gesamtmarkt ergibt sich aus dieser Entwicklung ein zweigeteiltes Bild. Institutionelle Investoren und ausländische Käufer fokussieren sich fast ausschließlich auf nachhaltige, ESG-konforme und renditestarke Objekte im obersten Preissegment. Demgegenüber steht ein umfangreicher Bestand an älteren Wohn- und Gewerbeflächen, für deren Modernisierung erhebliche Investitionen erforderlich sind. Ohne gezielte Anreize zur energetischen Erneuerung dürfte sich die Kluft zwischen begehrten Spitzenimmobilien und dem breiten Markt in den kommenden Jahren weiter vergrößern.
Die Gegenüberstellung dieser unterschiedlichen Marktdynamiken zeigt deutlich, dass pauschale Aussagen über die Entwicklung der griechischen Immobilienpreise der vielschichtigen Realität vor Ort kaum mehr gerecht werden. Beleg für diese fundierte Bestandsaufnahme ist eine aktuelle Marktanalyse des griechischen Wirtschaftsportals Capital.gr.




