Millionenschwere Ausschreibung für das venezianische Erbe
Die Gemeinde Chania auf Kreta hat die Restaurierung und Umnutzung des historischen Gebäudekomplexes der sieben venezianischen Werften (Neoria) in der Altstadt offiziell ausgeschrieben. Die Ausschreibung für das Großprojekt wurde am 14. August 2026 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlich. Das geschätzte Investitionsvolumen beläuft sich auf 16,44 Millionen Euro exklusive Mehrwertsteuer.
Das Bauwerk befindet sich direkt am venezianischen Hafen von Chania und erstreckt sich über eine Gesamtfläche von rund 4.175 Quadratmetern. Der Komplex besteht aus sieben aufeinanderfolgenden gewölbten Steinbauten. Jedes einzelne Bauwerk weist eine Länge von etwa 50 Metern, eine Breite von 9 Metern und eine durchschnittliche Höhe von 10 Metern auf. Die einzelnen Abschnitte sind im Inneren durch Bogenöffnungen im Mauerwerk miteinander verbunden.
Modernes Kulturzentrum und bauliche Konsolidierung
Das Vorhaben kombiniert die statische Festigung des historischen Tragwerks mit einer umfassenden energetischen Sanierung und einer neuen kulturellen Nutzung. Die Planungen basieren auf statischen Tragfähigkeitsstudien, geologischen Untersuchungen sowie Materialanalysen. Im Zuge der Arbeiten werden spätere, mit dem Denkmal nicht vereinbare Bauten entfernt und die Südpforte rekonstruiert.
An der Nordfassade wird das spätere Mauerwerk abgetragen und durch speziell angefertigte Glasfronten ersetzt. Im Innenraum kommen moderne Einbauten aus Holz, Glas und Metall zum Einsatz. Auch eine Außenisolierung der Gewölbe wird an den dafür geeigneten Stellen umgesetzt.
Fünf Funktionsbereiche von Ausstellungen bis zu 170 Sitzplätzen
Nach dem Nutzungskonzept wird der Komplex in flexible Einheiten unterteilt. Die Werften N1 bis N4 dienen künftig als Ausstellungsfläche für Wechselausstellungen und Kulturevents. Das zentrale Neorio N5 fungiert als Haupteingang und beherbergt einen Museumsshop sowie eine Dauerausstellung zur Geschichte des Denkmals. In den Hallen N6 und N7 entstehen ein Saal für Vorträge und darstellende Kunst mit 170 Sitzplätzen, Büroflächen sowie eine Gastronomieeinheit.
Zur energetischen Optimierung gehören wärmegedämmte Fensterprofile, energiesparende Beleuchtungskonzepte und Wärmepumpen-Klimaanlagen.
Fristen und Bedingungen des Vergabeverfahrens
Der Zuschlag im offenen Verfahren erfolgt ausschließlich über den niedrigsten Preis. Interessierte Bauunternehmen müssen bis zum 20. Oktober 2026 um 10:00 Uhr ihre Angebote einreichen. Die elektronische Öffnung der Angebote findet am 22. Oktober 2026 statt. Nachfragen können bis zum 6. Oktober 2026 gestellt werden.
Für die Teilnahme ist eine Bankgarantie in Höhe von 328.888,63 Euro erforderlich. Die Bindefrist der Angebote beträgt 15 Monate. Die geplante Bauzeit liegt bei 36 Monaten, wobei als voraussichtlicher Baubeginn der 1. Oktober 2027 angegeben ist. Das Projekt wird ganz oder teilweise aus EU-Mitteln finanziert.
Dies berichtet das Fachportal RE+D (ered.gr).




